Kingmakers im Early Access: Weiter kein Termin in Sicht
Wer nach dem Release-Termin von Kingmakers sucht, bekommt eine kurze Antwort: Es gibt noch keinen. Redemption Road Games und Publisher tinyBuild hatten den Early-Access-Start von Kingmakers fest für den 8. Oktober 2025 eingeplant und ihn nur wenige Tage vorher abgesagt. Das Team brauche mehr Zeit, um Inhalte zu polieren und auf Mittelklasse-PCs echte 60 Bilder pro Sekunde zu erreichen. Ein Jahr später steht auf der Steam-Seite weiterhin nur „Demnächst“ – ohne Zeitfenster.
Die gute Nachricht: Das Spiel ist wieder aufgetaucht. Im September 2026 zeigte das Studio während des tinyBuild-Showcase einen ausführlichen Gameplay-Deep-Dive und öffnete die Anmeldung für einen neuen Steam-Playtest. Wann dieser Test startet, ist allerdings noch nicht bekannt. Für ein Projekt, das fast ein Jahr lang schwieg, ist das dennoch ein deutliches Lebenszeichen.
Und die Prämisse gehört nach wie vor zu den einprägsamsten Ideen im PC-Gaming: 500 Jahre zurück ins mittelalterliche England reisen – mit Sturmgewehren, gepanzerten SUVs und Kampfhubschraubern –, um den Ausgang eines blutigen Krieges umzuschreiben und dabei vielleicht die Apokalypse abzuwenden. Kingmakers verbindet Third-Person-Shooter und Echtzeitstrategie in Schlachten mit Tausenden Soldaten. Hier steht, was bestätigt ist, wie beide Spielhälften zusammenpassen und ob sich das lange Warten noch lohnt.
Release-Termin: Early Access TBA (verschoben vom 8. Oktober 2025)
Entwickler: Redemption Road Games
Publisher: tinyBuild
Genre: Third-Person-Shooter / Echtzeitstrategie
Plattformen: PC (Steam, Epic Games Store)
Engine: Unreal Engine 4
Mehrspieler: Online-Koop für bis zu 4 Spieler
Ein Shooter mitten in einer mittelalterlichen Kriegssimulation
Der Witz liegt auf der Hand – wie viele Schwertkämpfer schafft man wohl mit einer AK-47? –, spannend wird Kingmakers aber durch die Technik dahinter. Jede Schlacht läuft als vollständige Echtzeitsimulation. Laut Redemption Road steuert eine Multi-Thread-KI jeden einzelnen Soldaten, inklusive Entscheidungen, Wegfindung und sogar Loyalität. Ein prozedurales Animationssystem sorgt dafür, dass Körper auf Treffer reagieren, statt vorgefertigte Bewegungen abzuspielen.
In der Praxis kämpft man also nicht gegen geskriptete Gegnerwellen rund um ein einzelnes Ziel. Verlässt man ein Gefecht, läuft es laut Entwickler weiter. Ein solch persistentes Schlachtfeld ist selten – und genau deshalb ist die Verschiebung nachvollziehbar: Zehntausende Akteure zu simulieren und dabei flüssig zu bleiben, ist technisch eine echte Herausforderung.
Wer das Chaos großer Nahkampfschlachten liebt, findet in Chivalry 2 schon heute dichtes Schwertgetümmel aus der Ego-Perspektive. Kingmakers dreht diese Fantasie um und stellt euch auf die übermächtige Seite des Schlachtfelds – aus Überleben wird Spektakel.

Moderne Feuerkraft gegen einen kompletten Kavallerieangriff – die Kernfantasie von Kingmakers in einem einzigen Moment.
Strategie ist mehr als ein Nebenmodus
Das Schießen sorgt für Schlagzeilen, doch Kingmakers ist genauso ein Kommandospiel. Jederzeit lässt sich zwischen direktem Kampf und Befehlen wechseln: Bogenschützen, Schwertkämpfer, Speerträger und Kavallerie einteilen oder Entscheidungen den eigenen Offizieren überlassen. Außerdem baut man Befestigungen und Siedlungen. Das Beispiel des Entwicklers ist ein Sägewerk, das ein echter, begehbarer Ort ist – und bei einer feindlichen Invasion zur Kampfarena werden kann.
Diese Mischung dürfte allen gefallen, die sich schon einmal gewünscht haben, selbst in die Schlachten eines Aufbauspiels einzugreifen. Manor Lords bietet bereits heute eine bodenständige mittelalterliche Kombination aus Siedlungsbau und taktischen Gefechten – ein guter Test, ob die strategische Hälfte von Kingmakers euch liegen wird.

Herausgezoomt zeigt sich die Kommandoebene: Mauern, Gebäude und Markierungen für die nächste Befestigung.
Koop, Zerstörung und das 60-fps-Versprechen
Bis zu vier Spieler können sich online zusammentun, um feindliche Burgverteidigungen zu knacken oder verbündete Festungen gegen riesige Armeen zu halten – mit Drop-in- und Drop-out-Unterstützung. Das Studio hebt zudem mehrstöckige Burgen hervor, deren Räume betretbar und deren Wände, Böden und Decken zerstörbar sind, dazu physiklastiges Fahrzeugchaos.
Der größte Vorbehalt stammt vom Entwickler selbst. Redemption Road beschreibt Kingmakers als Spiel, das die Unreal Engine 4 an ihre Grenzen bringt, und die Verschiebung drehte sich ausdrücklich um die Leistung auf normaler Hardware. Early Access bedeutet zudem, dass die Startversion nicht final sein wird. Bis der Playtest läuft und sich zeigt, wie die Simulation durchhält, ist der Ehrgeiz beeindruckend, aber unbewiesen.
Für wen sich Kingmakers lohnen könnte
Kingmakers richtet sich an PC-Spieler, die Sandbox-Chaos, Koop mit Freunden und eine Prise Großstrategie mögen – und mit einer offenen Early-Access-Roadmap leben können. Wer bis dahin großangelegte historische Kriegsführung sucht, bekommt mit Total War: ATTILA tiefgehendes Armeemanagement, bei Urazon meist zu einem freundlichen Preis. Wenn euch die Prämisse packt, meldet euch zum Playtest an: Kingmakers muss noch viel beweisen, aber kaum ein kommendes Spiel zielt so hoch.